Erster Feldversuch mit dem mobilen Radioteleskop


Nach wiederholten Trockentests in der Werkstatt unserer Sternwarte hat sich nach mehreren Wochen Wartezeit eine Gelegenheit ergeben das mobile Radioteleskop unter freien Himmel aufzubauen.

DSC_0356

Mobiles Radioteleskop beim ersten Einsatz

Am Freitag den 10. Juni 2016 bauten wir hinter der Sternwarte die mobile Variante unseres Radioteleskops auf. Zum Einsatz kam folgende Hardware:

  • Skywatcher AZ-EQ6 Montierung
  • 85cm Offset-Satellitenschüssel
  • 4-fach LNB von Kathrein
  • Toshiba Notebook TECRA S10-117
  • Radiometer MicroRAL10

Das Ziel des ersten Feldversuchs bestand darin, die gesamte Hard- und Software wie bei den Inhouse-Trockentests zum Spielen zu bekommen und natürlich ein paar Signale von außerhalb der Erdathtmosphäre aufzufangen.
Bevor es aber richtig losgehen konnte, mussten wir herausfinden warum das Radiometer andere Signale als bei den Trockentests lieferte. Die Lösung war eigentlich simpel. Im Keller haben wir die ganze Zeit die Wärmestrahlung der Kellerwände empfangen. Unter freiem Himmel war die Ausgangssituation natürlich eine andere. Konkret sah es so aus, dass das Radiometer, sofern die Antenne auf eine „kalte“ Stelle am Himmel gerichtet war, einen stabilen Wandlerwert von 214 lieferte. Im Gegensatz zum Keller gab es (zum Glück) keine Drifteffekte.

Die erste Himmelsabtastung war ein vertikaler XY-Scan zum Auffinden der geostationären Satelliten. Das erste Signal das wir zu sehen bekamen, war aber kein Satellitensignal sondern das „Wärmebild“ der Tanne, welche den linken Bereich des Scanbereichs einnahm.

Feldversuch1-Scan1

Ab Scanbereich-Mitte stellten sich die viel stärkeren Signale der Satelliten ein. Im obigen Bild wurde der Kontrast so eingestellt, dass das Signal der Tanne zu erkennen ist.

Da der Mond günstig stand, konnten wir nicht widerstehen eine Himmelsabtastung in diesem Bereich durchzuführen (RD-Scan). Unter Ausnutzung der grössten Verstärkungsstufe des Radiometers gelang es uns ein Signal aufzufangen, dass den vorläufigen Schluß zulässt, dass wir wirklich den Mond „erwischt“ haben.

Feldversuch1-Scan2

Dem Autor dieses Artikels ist bewusst, dass die Art der Datenpräsentation und -interpretation eher „aus der Hüfte geschossen“ daher kommt. Aber der Zweck des ersten Feldversuchs bestand hauptsächlich darin, dass Gesamtsystem unter freien Himmel zu testen. Es hat sich gezeigt, dass u.a. für zukünftige Versuche geklärt werden muss, wie die AZ-EQ6 Montierung bei Tageslicht korrekt ausgerichtet werden kann.

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Über bhbradio
Projektgruppe "Radioteleskop" der Bruno H. Bürgel Sternwarte Berlin e.V.

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